Evangelische Kirche Eisenberg

Kirche St. Peter in Eisenberg

Die Stadtkirche St. Peter entstand vermutlich aus einer Kapelle gleichen Namens, die 1219 zum ersten Mal erwähnt wird. Sie wurde im Zuge des Wachstums der Stadt mehrfach umgebaut.

 Kirche St. Peter in Eisenberg Thüringen
Der Kirchbau besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen: dem spätgotischen Chor (laut Inschrift eines Kreuzigungsreliefs am Außenbau von 1494), dem Kirchenschiff, das laut Inschrift an der Südseite der Kirche 1585 erbaut wurde, und dem Turm, dessen Datierung ungewiss ist.

Die Außenmauern könnten noch von der Kapelle, also dem 13. Jh. stammen, seine romanisch nachempfundenen Fenster stammen jedoch wohl aus dem Umbau Ende des 19. Jahrhunderts

Zeichnung des barocken Zwiebeltürmchens vor 1880.

Zeichnung Zwiebeltürmchen

Der Dachreiter des Turmes hatte eine bewegte Geschichte.

Pläne, einen gewaltigen Kirchturm im neogotischen Stil zu bauen, konnten vermutlich aus Kostengründen nie verwirklicht werden. So musste sich der Eisenberger Kirchturm immer nur mit einem Dachreiter begnügen. Auf alten Stichen ist die Eisenberger Kirche mit einem kleinen gotischen Zwiebeltürmchen zu sehen. Dieser wurde – wahrscheinlich um 1880 durch den spitzen Dachreiter ersetzt.

1967 war der Dachreiter vom Schwamm befallen. Abriss war damals die einzige Möglichkeit. „Inwieweit für spätere Zeiten das Aufsetzen einer neuen Turmspitze möglich wird, bedarf noch einer eingehenden Klärung“, schrieb der damalige Superintendent Edgar von Thaler.Erst in den 90er jahren war es soweit: Dank eines immensen Spendenaufkommens und großzügiger Förderung durch die Stadt Eisenberg (Städtebauförderprogramm) konnte er im Juli 2003 wieder auf das Dach der Kirche gesetzt werden. Der Form nach gleicht er der Version von 1880; nur das Tragwerk wurde zugunsten einer besseren Statik verändert

1622-1629 hatte der Maler Samuel Claus Altarbilder für die Kirche geschaffen. Über der Predella mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls konnten je nach Jahreszeit die Geburt Christi, die Kreuzigung oder das Pfingstereignis angebracht werden. Alle diese Bilder hängen heute unter den Emporen.

2008 wurde auch das letzte Bild „Ausgießung des Heiligen Geistes“ restauriert und im Mai der Kirchgemeinde übergeben.

Blick auf dem Altar der Kirche

Altar Stadtkirche Eisenberg

Der jetzige Altar wurde wie Kanzel und Lesepult 1880 vom Hofbildhauer G. Kühn aus Eichenholz gefertigt. Der Taufstein aus Marmor wurde 1880 von Marie Prinzessin Albrecht von Preußen, geborene Prinzessin von Sachsen-Altenburg, der Kirche gestiftet. Hinter dem Altar steht heute ein barockes Gabelkreuz. Es wurde 1918 auf dem Boden der Eisenberger Gottesackerkirche (heute katholische Pfarrkirche) gefunden und kam danach in die Stadtkirche.

Blickt man ins Kirchenschiff zurück, sieht man die 1889 im neugotischen Stil durch die Gebrüder Poppe gebaute Orgel, in deren Innerem sich jedoch ein Werk der Firma Böhme/Gotha, von 1977 befindet. Sie hat 2 Manuale und 21 Register.Schließlich ist ein Relief der Jenaer Künstlerin Elly Viola Nahmacher zu erwähnen: Unter der Orgelempore hängt die geschnitzte Petrusfigur, die 1990 der Kirche gestiftet wurde.