Sehenswertes Thüringen

Thüringer Reise & Ausflugstipps

Ausflugstipp Amtsschreibersmühle

Fotos Amtsschreibersmühle im Winter

Amtsschreibersmühle im Winter Amtsschreibersmühle im Winter Foto 2 Amtsschreibersmühle im Winter Foto 3

Amtsschreibersmühle Eingangsschild Blick auf die Amtsschreibersmühle Biergarten Amtsschreibersmühle Amtsschreibersmühle

Chronik der Amtsschreibersmühle

Im Jahre 1530 gehörte die Mühle dem Kloster Eisenberg. 1538 wurde Matthes Kreditsch als Besitzer genannt, von 1555 bis 1592 Georg Schindler .Später gehörte sie Daniel Petzold, danach gelangte sie durch Erbschaft an Elias Lokisch. 1662 war Elias Kaak ihr Besitzer,1673 war sie in Besitz des Eisenberger Amtschreibers Johann Baumann.

Sie hatte zu dieser Zeit  2  alte Mahlgänge mit 6 Eseln, einen neuen Mahlgang mit 2 Eseln und einen Scheidegang. Grundbesitz waren 6 Acker Feld, Garten, Wiese, ein Stück Wald, auserdem wurden von der Mühle die Felder „auf den Wolfsgruben“ und auf der „Siebenfreude“ bestellt, beides in Richtung Eisenberg gelegen.

Ab 1912 hatte Herr Kurt Schürer die Gaststättenkonzession. Aus dem Jahre 1912 stammt eine Ansichtskarte mit der Aufschrift „Zukünftige erste deutsche Monistensiedlung“. Tatsächlich wurde in der Amtsschreibersmühle in den Jahren 1912 / 1913 als soziales Experiment die Siedlung “ Unesma „des Monistenbundes gegründet.

Die Idee dazu stammt von dem Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald, der 1911 die Leitung des Monistenbundes von Ernst Haeckel übernommen hatte und auch den Kauf der Amtsschreibersmühle und des dazu gehörenden Landes die Vorraussetzung dafür schuf. Der Andrang war groß, vor allem von jungen Leuten, so dass sogar eine Art Warteliste gab.

Die Statuten der Siedlung sind in der “ Monistischen Sonntagspredigt “ NR. 74 nachzulesen. Ostwald konnte jedech die Leitung nicht persönlich übernehmen, Sondern setzte als Verwalter Paul Hebestreit und später, nachdem es zwischen diesen und Mitgliedern zu Streitigkeiten gekommen war, Eduard Uhrlau ein. Nicht zuletzt fürten wirtschaftliche Probleme dazu, dass die Siedlung nich länger als anderthalb Jahre bestand.

Die Amtsschreibersmühle verblieb noch im Besitz der Familie Ostwald, 1918 / 19 soll der Betrieb als Schneidemühle entgültig eingestellt worden sein.
In den zwanziger Jahren wurde sie an zwei Leipziger Bankiers verkauft. Ab Oktober 1912 war Herr Kurt Schürer in Besitz der Gaststättenkonzession. 1926 brannte die Mühle ab. Sie wurde danach als Ferienheim und Erholungsgaststätte neu aufgebaut. Im Tourist-Wanderheft von 1964 wird erwähnt, dass die Mühle ihren Strom selbst erzeugte und später Gäste eine Beleuchtung durch den Wald in Richtung Eisenberg gelegt hatte.

Zuletzt gehörte die Mühle der Familie Richard Kühne, die am 28.11.1927 die Gaststättenkonzession erhalten hatte. 1930 annoncierrte Richart Kühne im Wanderführer des Thüringer Waldvereins, 1952 wurde Gustav Kühne als Besitzer genannt.
Ab 1952 hatte das Reichsbahnausbesserungswerk Potsdam die Konzession inne, ab 1962 Gustav Kühne. Später wurde die Mühle an das Armatutenwerk Magdeburg verkauft, die ein Betriebsferienlager einrichtete und auch einiges baulich veränderte. So kamen z.B. Speisesaal, Heitzhaus und Terrasse dazu.
Seit 1991 war die Amtsschreibersmühle geschlossen.Im Herbst 1999 erwarb sie Paul Herold, Besitzer der Naupoldsmühle. Als einziges Zeugnis des einstigen Mühlbetriebes ist der Mühlgraben in seiner Länge von etwa 400 Metern erhalten.

Amtsschreibersmühle  um 1906 Postkarte um 1906

Wer ist Online

0 Besucher online
Ausflugstipps Thüringen © 2017 Frontier Theme